Mythos Einhorn

 

Von Einhörnern hat sicher schon jeder gehört. Einhörner: Zwischen Mythologie und Wirklichkeit. Dieses ganz besonders schöne Wesen kam früher häufig auf der nördlichen Erdhalbkugel vor. Sie beflügeln heute noch unsere Fantasie wie vor tausend Jahren. Denken wir an Einhörner, so sehen wir ein weißes, pferdeähnliches Wesen vor unseren Augen, ein Wesen mit einem schlanken, gedrehten Horn auf der Stirn und einer mystischen Aura stiller, sanfter Weisheit. Es gab verschieden Einhornarten, aber alle hatten das lange, spitze, gedrehte Horn gemein, das dem Tier aus der Mitte der Stirn wuchs. Dieses Horn war eine fürchterliche Waffe, vor allem auch da das Einhorn ein ungestümes und aggressives Tier war. Ausgewachsene Einhörner verteidigten ihr Territorium in blinder Wut.

Das Horn diente in erster Regel der Verteidigung, konnte aber auch Tote wieder zum Leben erwecken. Scheu und nicht greifbar bewegt es sich entlang den Grenzen unseres Bewußtseins wie verschwommene Kindheitserinnerungen. Wenn wir uns auf das Bild konzentrieren, erwacht es in einer fremden eindringlichen Intensität zum Leben, erweckt Gedanken an hohe Ritterlichkeit und Uneigennützigkeit. Wunder, Geheimnisse, das vage Versprechen eines Abenteuers und mehr als nur ein Hinweis auf eine andere Welt - das alles klingt in den Gedanken an das Einhorn. Sein Bild taucht seit vielen tausend Jahren immer wieder auf: auf mittelalterlichen Wandteppichen, beim "Tapferen Schneiderlein" der Gebrüder Grimm und auch in dem Film "Das letzte Einhorn". Das Einhorn steht für Stärke, Glück, Reinheit, Kreativität, Langlebigkeit, intuitives Wesen, Sanftheit, Einsamkeit, den Mond, die Magie, Weiblichkeit und Macht.